Brandschutz

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Allgemeines

Brandschutz im Hochbau ist in Deutschland ein Teil des sogenannten Polizeirechtes und somit Ländersache. Er wird geregelt in den einzelnen Landes-Bauordnungen. Diese sind in Deutschland praktisch einheitlich.

Die Architekten und Bauplaner sind verantwortlich dafür, dass für die einzelnen Bauvorhaben die vorgeschriebenen Brandverhaltensklassen für die zum Einsatz kommenden Bauprodukte benannt bzw. ausgeschrieben werden. Bei der Planung müssen die Landesbauordnungen der jeweiligen Bundesländer und die zugehörigen Verordnungen und Richtlinien berücksichtigt werden, um die vorgeschriebenen bauaufsichtlichen Anforderungen an das Brandverhalten der Bauprodukte für das jeweilige Bauvorhaben richtig auszuschreiben.

In Deutschland ist im privaten Wohnbereich üblicherweise die Klasse Efl, also „normal entflammbare“ Bauprodukte, ausreichend. In sonstigen Gebäuden und Bereichen, die nicht dem privaten Wohnbereich zuzuordnen sind, werden höhere Anforderungen an den Brandschutz gestellt.

Man unterteilt in
1. Bauliche Anlagen normaler Art und Nut- zung: Das sind Wohngebäude und Gebäude vergleichbarer Nutzung. Je nach Gebäudehöhe und Anzahl der Wohneinheiten wird hier in Gebäudeklassen unter- schieden, wo verschiedene Brandschutzauflagen zu erfüllen sind.
2. Bauliche Anlagen besonderer Art und Nutzung: In dieser Gruppe müssen ent- sprechend der Art der baulichen Anlage noch weitere Verordnungen / Richtlinien beachtet werden, wie z.B. für:

Technische Information Bautechnik
Nr. 1.3, Ausgabe 04 / 2009
Brandschutz, Brennverhalten von Bodenbelägen
• Hochhäuser
• Verkaufsstätten
• Versammlungsstätten
• Gaststätten
• Krankenhäuser
• Industriebauten
• Garagen
• Arbeitsstätten
• Schulbauten u.ä.

Für bauliche Anlagen besonderer Art und Nutzung sind meistens individuelle, projektbezogene Brandschutzgutachten erforderlich. Hierin werden die geforderten Brandverhaltensklassen für die verschiedenen Gebäudebereiche vom Brand- schutzgutachter benannt. Das Brandschutzgutachten wird im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens mit den Bauanträgen von den Planern und Architekten des jeweiligen Bauvorhabens bei den regionalen Baubehörden eingereicht.

Bei Fragen zum Thema Brandschutzvorschriften kann man sich auch Rat bei einem Brandschutzbeauftragten der Berufsfeuerwehr bzw. der Baubehörde der Region einholen.

Zweck des Brandschutzes ist es, der Ausbreitung von Schadenfeuern vorzubeugen und bei einem Brand wirksame Löscharbeiten und die Rettung von Menschen und Tieren zu ermöglichen. Daher dürfen Bauprodukte, die nach dem Einbau noch leicht entflammbar sind, in öffentlichen Gebäuden nicht verwendet werden. Das Brandverhalten von Bauprodukten und Bauteilen wird seit 2002 in der DIN EN 13501-1 definiert. Hierbei handelt es sich um eine europäische Norm, die nach einer Übergangszeit von 5 Jahren, also in 2007 in deutsches Recht, d.h. in die Landesbauordnungen der Länder eingeführt sein muss. Für jedes Land der Europäischen Union besteht die Aufgabe, diese Klassifizierung in die jeweiligen landeseigenen Regularien einzuarbeiten bzw. zu übernehmen.

Armstrong DLW AG
• Technische Information
• Bautechnik Nr. 1.3
• Ausgabe 04 / 2009 Seite 1

Die uns bislang vertraute Baustoffklasse „B1“ (schwer entflammbar) nach DIN 4102 für Bodenbeläge gibt es nicht mehr. Diese deutsche Brandklasse wurde durch die in der Europäischen Union jetzt verbindlichen Euroklassen Bfl-s1 und Cfl-s1 (schwer entflammbar) nach EN 13501-1 ersetzt.

fl = flooring (Bodenbelag)
s = smoke (Klasse für die Rauchentwicklung)
In dieser europäischen Norm „Klassifizierung von Bauprodukten zu ihrem Brandverhalten“ werden diese neuen, erstmals europaweit einheitlichen Klassen für das Brandverhalten von Bodenbelägen definiert.

Das „CE-Zeichen“ für Bodenbeläge setzt die Prüfung des Brandverhaltens nach DIN EN 13501-1 oder die Klassifizierung des Brandverhaltens nach DIN EN 14041 zwingend voraus und dies ist mit einer Konformitätserklärung zu bestätigen. Dieses Kennzeichen signalisiert, dass ein Produkt nach den Angaben des Herstellers den grundlegenden Anforderungen der korrespondierenden harmonisierten europäischen Normen entspricht und im EU-Raum über die Grenzen hinweg frei gehandelt werden kann.

Die DIN EN 13501-1 legt die Verfahren zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten fest. Die Prüfung von Bodenbelägen unterscheidet sich von üblichen Bauprodukten und wird in dieser Norm gesondert beschrieben. Diese Norm ersetzt die in den einzelnen EU-Ländern noch geltenden nationalen Normen für das Brandverhalten von Bodenbelägen.

Tabelle 1: Vergleich der alten deutschen Brandklassen mit der europäischen Klassifizierung

Bauaufsichtliche Anforderungen

Europäische Klassen nach DIN EN 13501-1

Klassen nach DIN 4102

Nichtbrennbar

A1fl

A1

mindestens

A2fl -s1

A2

Schwerentflammbar

Bfl -s1

B1

mindestens

Cfl -s1

B1

Normalentflammbar

A2fl -s2 Bfl -s2 Cfl -s2 Dfl -s1 Dfl s2

B2

mindestens

Efl

B2

Leichtentflammbar

Ffl

B3

Tabelle 2: Erläuterung der neuen europäischen Brandklassen

Klasse

Kommentar

A1 fl

Erreichen nur nicht-brennbare Bodenbeläge, die auch kein Gefähr- dungspotential bzgl. der Rauchentwicklung darstellen

A2 fl

Erreichen nur nicht-brennbare Bodenbeläge mit geringen Anteilen organischer Bindemittel

B fl

Wie B1-Prüfung, jedoch mit höherer Strahlungsintensität (8 kW/m2) = schwer entflammbare Bauprodukte

C fl

Vergleichbar mit B1-Einstufung (CFL und B1 = 4,5 kW/m2) = schwer entflammbare Bauprodukte

D fl

Zwischenstufe zwischen B1 und B2. Strahlungsintensität hier nur 3 kW/m2 = normal entflammbare Bauprodukte

E fl

Wie B2 – Prüfung (Kleinbrenner-Test). = normal entflammbare Bauprodukte

F fl

Es werden keine Anforderungen gestellt, kein Test = leicht entflammbare Bauprodukte

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